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Auslandspraktikum Abteilung Bauzeichner
Ein Bericht von Schülern der Bauzeichner-Abteilung:
Wir hatten die Möglichkeit, drei Wochen lang ein Auslandspraktikum in Valencia zu absolvieren. Für uns war es eine besondere Erfahrung, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben und gleichzeitig in unseren jeweiligen Berufen zu arbeiten. Schon unser erster Tag war etwas Besonderes: Wir kamen mittags in Valencia an und waren am selben Nachmittag noch beim Public Viewing des WM-Finales. Spanien gewann das Spiel und anschließend wurde überall gefeiert. Die Stimmung in der Stadt war unglaublich, und wir waren direkt am ersten Tag mitten im spanischen Leben.
Während unseres Aufenthalts wohnten wir in einer WG mit anderen Deutschen. Da wir ungefähr im gleichen Alter waren, haben wir uns direkt gut verstanden und auch außerhalb der Arbeit viel gemeinsam unternommen. Dadurch hatten wir schnell Anschluss und konnten unsere Erfahrungen aus den verschiedenen Praktikumsbetrieben miteinander teilen.
Ich (Hakan) habe mein Praktikum in einem Ingenieurbüro in Valencia gemacht. Dort habe ich mit einem CAD-Programm Stahlkonstruktionen gezeichnet, was für mich vorher etwas völlig Neues war. Bei den Konstruktionen handelte es sich um Stahlbauten, die über Autobahnen angebracht werden und an denen später Anzeigetafeln befestigt werden. Besonders interessant fand ich, dass die Konstruktionen aus verschiedenen Abschnitten bestanden, die in unterschiedlichen Kombinationen zusammengesetzt werden mussten. Dafür musste ich aus Tabellen herauslesen, welche Bauteile jeweils verwendet werden. Mit der Zeit wurde das immer einfacher und erinnerte mich ein bisschen an LEGO – nur für Erwachsene. Ich konnte dadurch viel über die Konstruktionen lernen und gleichzeitig meine CAD-Kenntnisse erweitern.
Ich (Luca) war währenddessen in einem Architekturbüro tätig. Dort habe ich hauptsächlich Zeichnungen von Wohnhäusern und Lagerhallen erstellt. Dabei konnte ich mein Wissen aus dem technischen Zeichnen anwenden und gleichzeitig neue Arbeitsweisen kennenlernen. Besonders interessant fand ich die Unterschiede zwischen der spanischen und der deutschen Bauweise. Durch das deutlich wärmere Klima und die starke Sonneneinstrahlung müssen bei der Planung andere Dinge berücksichtigt werden. Dadurch konnte ich sehen, welchen Einfluss das Klima auf die Gestaltung und Planung von Gebäuden hat.
Nach der Arbeit und an den Wochenenden haben wir Valencia erkundet. Besonders beeindruckt hat uns die Mischung aus moderner und historischer Architektur. An die vielen Ampeln mussten wir uns allerdings erst gewöhnen – vor allem im Auto sind sie uns schnell aufgefallen. Natürlich besuchten wir auch die Strände Platja del Cabanyal und Playa del Saler. Letztere gefiel uns besser, obwohl die Busfahrt dorthin länger dauerte. In der Innenstadt probierten wir verschiedene spanische Gerichte, darunter natürlich auch Paella. Auch Horchata haben wir gekostet: Hakan fand sie lecker, während Luca mit dem Geschmack weniger anfangen konnte.
Für uns hat sich das Erasmus-Praktikum vor allem dadurch gelohnt, dass wir selbstständiger und offener geworden sind. In einem fremden Land und einer fremden Stadt muss man sich darauf einlassen, neue Menschen kennenzulernen und auf andere zuzugehen. Besonders während der Arbeit waren wir teilweise auf uns allein gestellt und mussten uns in unseren jeweiligen Betrieben zurechtfinden. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass man sich oft schneller an neue Situationen gewöhnt, als man zunächst denkt.
Insgesamt waren die drei Wochen in Valencia für uns eine Erfahrung, aus der wir sowohl beruflich als auch persönlich viel mitnehmen. Wir konnten unsere Kenntnisse in der Praxis anwenden, neue Arbeitsweisen kennenlernen und gleichzeitig einen Einblick in den spanischen Alltag bekommen. Durch die Kombination aus Arbeit, Freizeit und dem Leben in einem anderen Land konnten wir viele Erfahrungen sammeln, die wir in Deutschland so nicht gemacht hätten. Ein Auslandspraktikum mit Erasmus+ würden wir deshalb auf jeden Fall weiterempfehlen.

